Mit einem überzeugenden 6:2 (1:2)-Heimsieg am letzten Spieltag über den bisherigen, punktgleichen Tabellenzweiten DJK Sokol Ralbitz/Horka sicherten sich die Altherren des Hermsdorfer SV wie im Vorjahr den Vizemeistertitel in der Kreisliga des Westlausitzer Fußballverbandes. Ein feiner Erfolg für die Männer um Kapitän Christian Israel, den die Mannschaft vor allem durch eine ganz starke Rückrunde erkämpft hat. In dieser gelangen sechs Siege in Serie, es wurden also alle Mannschaften der Liga bezwungen einschließlich die des
neuen Meisters SV Laubusch – Chapeau!
Die Partie gegen den DJK Sokol Ralbitz/Horka am letzten Spieltag avancierte zu einem echten Endspiel um den Vizemeistertitel, wobei den Gästen aus der Oberlausitz aufgrund des besseren Torverhältnisses bereits ein Unentschieden genügt hätte.
Bereits im Vorjahr standen sich beide Teams am letzten Spieltag in einem echten Endspiel gegenüber. Damals ging es um den Meistertitel und der HSV zog trotz einer 2:0-Halbzeitführung am Ende mit 2:4 den Kürzeren.
Dieses Mal drehten die Hermsdorfer den Spieß um und siegten ebenfalls nach einem Halbzeitrückstand am Ende souverän.
Theoretisch wäre für den HSV sogar auch noch der Meistertitel möglich gewesen. Hierzu hätte Tabellenführer Laubusch sein zeitgleich ausgetragenes Spiel gegen Bluno allerdings verlieren müssen. Dieser Wunsch trat nicht ein - Laubusch gewann zu Hause standesgemäß 5:1.
Das Spiel gegen Ralbitz begann perfekt für die Hermsdorfer Platzbesitzer, denn schon nach sieben Minuten zappelte das Spielgerät im Netz des Ralbitz Tores. Rico Kühne per Flachschuss ins entlegene lange Eck besorgte die frühe Führung nach einem genialen Steilpass von Christian Israel sowie der vorausgehenden Balleroberung durch Rico Kmoch.
Bei etwa ausgeglichenen Spielanteilen kamen die Gäste Mitte der ersten Halbzeit per Kopf nach einer Freistoßflanke aus dem Halbfeld zum 1:1 und gingen nach einem weiteren Freistoß in der 29. Minute mit 2:1 in Führung.
Dieser Freistoß aus etwa 25 Metern Torentfernung war lange in der Luft und vom Schiedsrichter als indirekter Freistoß angezeigt. Durch die unglückliche Ballberührung von Torhüter Michael Stoll zählte der Treffer und die Gäste hatten das Spiel gedreht.
Die Hermsdorfer mussten sich nur kurz schütteln, um wieder ins Spiel zu finden, denn die beiden Gegentreffer hatten sich nicht gerade angedeutet, fielen vielmehr aus dem sprichwörtlichen “Nichts“.
Kurz vor der Halbzeit überschlugen sich noch einmal die Ereignisse. Zunächst bekamen die Gastgeber in einem Getümmel im Ralbitzer Strafraum den Ball nicht über die Linie gedrückt – viermal hintereinander rettete ein Gästespieler auf oder unmittelbar vor der Torlinie in höchster Bedrängnis.
Des Weiteren dezimierten sich die Gäste ohne Not selbst. Ein bereits verwarnter Spieler handelte sich durch mehrfaches unsportliches Verhalten die gelb-rote Karte ein, so dass der DJK die Partie mit zehn Spielern fortführen musste.
Die Grün -Weißen begannen die zweite Halbzeit mit sehr viel Willen, Wucht und Tempo und gleich der erste Angriff war von Erfolg gekrönt. Nach schönem Zuspiel von Rico Kühne behielt Kapitän Christian Israel die Nerven und netzte überlegt flach links unten vom Schützen aus gesehen zum 2:2-Ausgleich ein.
Und nur weitere zwei Minuten später war es Christian Weise, der nach einem Eckball und einer anschließenden Kopfballstafette am schnellsten schaltete und in Gerd-Müller-Manier zum umjubelten 3:2-Führungstreffer einschob. Das Spiel war ein weiteres Mal gedreht!
In der Folge spielten die Hermsdorfer wohl eine der stärksten Halbzeiten der gesamten Saison. Mit viel Leidenschaft in der Balleroberung und einem gefälligen Passspiel bei eigenem Ballbesitz ließen sie den Gegner kaum noch zur Entfaltung und zum Luftholen kommen.
Tobias Martin mit einem sehenswerten Distanzschuss an die Latte sowie Rico Kühne und Ronny Rimkus mit weiteren Großchancen verfehlten den vierten Treffer nur sehr knapp, bevor Rico Kühne mit einem geschickten Heber über den Torwart nach tollem Steckpass von Christian Israel das vorentscheidende 4:2 erzielte.
Danach war die Moral der Gäste aus Ralbitz etwas gebrochen. Die Platzbesitzer blieben konzentriert und klar spielbestimmend. In der Schlussphase schraubte Rico Kühne mit zwei weiteren Treffern das Endergebnis auf 6:2 in die Höhe und sorgte damit für beste Stimmung bei den Zuschauern und im Hermsdorfer Lager.
Mit seinen heutigen vier Treffern ist Rico Kühne nicht nur in diesem Spiel bester Torschütze, sondern gewinnt mit 18 erzielten Toren in dieser Meisterschaftssaison auch überlegen die Torjägerwertung in der Westlausitzliga – starke Leistung!